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Presse Service

06.05.2018 - 19.08.2018
TJORG DOUGLAS BEER
ABRACADABRA SIMSALABIM

TJORG DOUGLAS BEER

ABRACADABRA SIMSALABIM

6. Mai - 19. August 2018

 

Im Sommer 2018 widmet die Herbert Gerisch-Stiftung dem in Lübeck geborenen international erfolgreichen Künstler Tjorg Douglas Beer eine grosse Einzelausstellung. Gezeigt werden Skulpturen, Bilder und Collagen.

Der erste Teil der Ausstellung in der Gerisch-Galerie stellt Arbeiten der letzten 15 Jahre vor.

Im zweiten Teil in der Villa Wachholtz werden neue Malereien und Keramikskulpturen gezeigt. Ausserdem werden im Skulpturenpark zwei Aussenskulpturen fester Bestandteil der Stiftungssammlung.

Im ersten Teil in der Gerisch-Galerie werden Arbeiten aus internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen gezeigt, u.a. Deichtorhallen Hamburg, Sammlung Falckenberg. Collagen, Objekte und Skulpturen thematisieren mediale Aufladung religiöser Konfrontation, Krieg und Chaos. Beers inhaltliches Interesse bleibt durch Materialwahl und einer gewissen Verspieltheit in einer ambivalenten Waage aus Verzweiflung und Ernst und dennoch positiver Sicht auf die Dinge. Er generiert seine Ideen basierend auf alltäglichen Wahrnehmungen und Erfahrungen persönlicher, medialer und politischer Realitäten.

Regelmässige Aufenthalten in Athen, wo er mit einem syrischen Keramiker aus Aleppo zusammenarbeitet, ein nicht enden wollender gesellschaftlicher State of Emergency und allgegenwärtige existenzielle Bedrohung, die schon seit damals dort sichtbare Flüchtlingskrise, sowie Griechenlands geo-politische Lage an der Grenze zum Nahen und Mittleren Osten haben seine Werke beeinflusst. Zeitgenössische Phänomene werden als Assoziationen in Collagen und Keramikfiguren sichtbar.

Im zweiten Teil der Ausstellung in der Villa Wachholtz eröffnen Malereien eine poetisch-utopistisch verklärte Alternativ-Realität. In den jüngeren Arbeiten entwickeln sich Arrangements und Szenerien aus dem Malprozess. Beer mischt Tinte, Marker, Lack, Acryl- und Ölfarbe und Oilstick. Dadurch erscheinen Gesichter und Figuren aus dem Übergang überlappender Farben. Diese Figuren werden erhalten und dann in fragmentierten Landschaften arrangiert, die Landschaften, Interieurs oder Skulpturen sein könnten. Ein Teil der Leinwandflächen wird durch quadratische Farbflächen „abgedeckt“. Unvollendete Figuren, Quadrate und Farbübergänge führen zu collageartigen Gemälden.

Die Bilderreihe ÜBLER WALD zeigt märchenähnliche Landschaften, die auf kleine Leinwände gemalt sind. Die Landschaft variiert zwischen apokalyptischen Träumen und utopischen Momenten und ist bevölkert mit Figuren, die diese Welten bereisen - Verlorene Bettler, benommene Magier und generell seltsame Kreaturen.

Die Aussenskulptur Abracadabra Simsalabim verbindet die traurige, durch von Flucht und Krieg geprägte Realität mit einer utopischen Leichtigkeit der Märchenwelt von 1001 Nacht.

 

Simsalabim geht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Begegnungen mittelalterlicher Christen mit Muslimen zurück, die bis ins Spätmittelalter (auch wegen des damaligen technologisch-wissenschaftlichen Fortschritts der islamisch geprägten gegenüber der europäischen Welt) oft als „Zauberer“ beschrieben wurden. Das von praktizierenden Muslimen vor jeder bedeutungsvollen Tätigkeit gesprochene bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm (Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen) wurde daher in volkstümlichen Erzählungen lautmalerisch als beschwörende Zauberformel verstanden.

 

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 6. Mai, 12 Uhr

Begrüßung: Brigitte Gerisch (Vorstand Herbert Gerisch-Stiftung)

Eröffnungsrede: Dr. Marcus Andrew Hurttig (Kurator der Graphischen Sammlung, Museum der bildenden Künste Leipzig)

Der Künstler wird anwesend sein

Eintritt frei

 

Herbert Gerisch-Stiftung

Brachenfelder Straße 69

24536 Neumünster

Eintritt: Erw. 8 €, erm. 5 €, Jahreskarte 30 €. Sonntagsführung um 12 Uhr: 9 € p.P.

Öffnungszeiten: Mi.-So. 11-18 Uhr, Apr.-Sept. Mi.-Fr.11-18 Uhr und Sa./So. 11-19 Uhr

Tel.: 04321-55512-0

kontakt@gerisch-stiftung.de, www.gerisch-stiftung.de