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03.10.2019 - 22.12.2019
Stephen Cone Weeks
der Vogel die Pforte das Feuer
  • Stephen Cone Weeks: Der Hirte, 2015, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
  • Stephen Cone Weeks: Moist Forest Burning, 2006, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
  • Stephen Cone Weeks: Das Schaf, 2015, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
  • Stephen Cone Weeks: Das Schaf (Detail), 2015, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Eröffnung am 3. Oktober 2019, 12 Uhr

 

Grußwort:

Brigitte Gerisch (Vorstand Herbert Gerisch-Stiftung)

 

Einführung: 

Dedo von Kerssenbrock-Krosigk (Leiter Glasmuseum Hentrich)

 

Zur Eröffnung des neuen "Kunstpavillons" wird als erste Ausstellung "der Vogel  die Pforte  das Feuer" mit Werken von Stephen Cone Weeks gezeigt. Der in Düsseldorf lebende Künstler mit englischen Wurzeln arbeitet unter anderem mit mehrschichtigen, bemalten Glasplatten und erschafft dabei märchenhafte, träumerische Kunstwerke.

 

 

Stephen Cone Weeks – eine Geschichte, die ich nicht kenne; der Raum hinter dem Glas

 

Glas hat mich immer fasziniert. Als ich siebzehn war, arbeitete ich in einer Glasmalerei-Werkstatt in Köln. Der Glasmaler, der mir die Kunst des Glasmalens beibrachte, behauptete, ich interessiere mich mehr für das Zeichnen als für die Glasmalerei oder für farbiges Glas. In gewisser Hinsicht hatte er Recht. Was mich eigentlich interessierte, war der Raum hinter dem Glas und wie die Unregelmäßigkeiten im Glas, das Blei, und die mit Schwarzlot bemalten (gezeichneten!) Flächen diesen Raum versperrten, verzerrten und verbargen.

 

Schwerpunkt meines Kunststudiums war Zeichnen und Lithographie; danach widmete ich mich ganz dem Zeichnen – auf Papier – bis ich einer Möglichkeit begegnet bin, auf Acryl Spachtel auf Glas zu zeichnen. Dieses führte zu den heutigen Zeichnungen auf Glas.

 

Von Anfang an waren die Zeichnungen narrativ. Es scheint meine Lebensaufgabe zu sein, etwas zu erzählen – eine Geschichte wohl, aber eine, die ich nicht kenne, deren Handlungs-Räume mir versperrt bleiben, und deren Erzählung „im Dunkeln“ mich sowohl quält wie erfreut. Auf einer gläsernen Bühne weisen Gegenstände und allegorische Figuren auf Zusammenhänge hin, die aber in ihrer Vielschichtigkeit und unendlicher Interpretierbarkeit letztendlich unergründlich bleiben – in den Glasschichten sichtbar, aber nicht zugänglich: der Raum hinter dem Glas.